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Während Artjom vor der WDNCh auf Ulman wartet, entdeckt er einen alten Kiosk. Dabei handelt es sich um einen Devisenumtauschkiosk. Als er sich den Kiosk näher anschaut, entdeckt Artjom, dass die Tür ein ungewöhnliches Schloss hatte, welches über ein Bedienfeld entsperrt wird. Daraufhin schaut er sich das Fenster an und entdeckt eine fast verblichene Schrift. Er vergaß alle Vorsicht und schaltete das Licht an, um die wacklige Schrift lesen zu können: Begrabt mich anständig. Code 767.

Doch von oben hört er ein markerschütterndes Kreischen. Er löscht das Licht, jedoch zu spät, denn diesesmal ertönte der Schrei direkt über seinem Kopf. In voller Panik tippte er die aufgeschriebenen Zahlen in das Bedienfeld. Das Schloss gab ein dumpfes Klicken von sich und die Tür schwang quietschend und mühsam auf.

In einer Ecke saß, an die Wand gelehnt, die vertrocknete Mumie einer Frau. In der einen Hand hielt sie einen Filzstift und in der anderen eine Plastikflasche. Die Wände sind mit Linoleum beklebt und mit einer sauberen weiblichen Handschrift beschrieben. Während Artjom auf Ulman wartete, begann er den Text an den Wänden zu lesen.

NachrichtBearbeiten

"Ich schreibe, weil ich mich einsam fühle und damit nicht verrückt werde. Schon drei Tage sitze ich in dieser Bude und habe Angst, auf die Straße zu gehen. Da draußen haben es zehn Menschen nicht bis zur Metro geschafft. Sie sind tot und liegen noch immer auf der Straße herum. Zum Glück habe ich in der Zeitung gelesen, wie man mit Klebeband die Fugen abdichtet. Jetzt warte ich, bis der Wind die Wolke wegweht. Sie haben gesagt, dass nach einem Tag keine Gefahr mehr besteht."

09. Juli 2013Bearbeiten

"Ich habe versucht, in die Metro zu kommen. Hinter der Rolltreppe ist eine Eisenwand, die ich nicht anheben konnte. So viel ich auch geklopft habe, niemand hat mir aufgemacht. Nach zehn MInuten ist mir schlecht geworden, also bin ich hierher zurückgekehrt. Überall Leichen. Sie sehen schlimm aus, so aufgebläht, und sie stinken. Ich habe die Scheibe eines Lebensmittelgeschäfts eingeschlagen und mir Mineralwasser und Schokolade geholt. So verhungere ich wenigstens nicht. Ich fühle mich furchtbar schwach. Ein Safe voller Dollars und Rubel - und ich kann nichts damit anfangen. Seltsam. Nichts als Papier."

10. Juli 2013Bearbeiten

"Heute sind wieder Bomben gefallen. Auf der rechten Seite, vom Prospekt Mira her, habe ich den ganzen Tag furchtbares Donnern gehört. Ich dachte, es ist niemand mehr übrig, aber gestern ist ein Panzer ganz schnell hier vorbeigefahren. Ich wollte rauslaufen und ihnen winken, doch es war zu spät. Ich sehne mich so nach Mama und Ljowa. Musste mich den ganzen Tag übergeben. Dann bin ich eingeschlafen."

11. Juli 2013Bearbeiten

"Vorhin ist ein furchtbar verbrannter Mann hier vorbeigegangen. Ich weiß nicht, wo er sich die ganze Zeit versteckt hat. Er hat andauernd geschrien und geröchelt, es war furchtbar. Er ist zur Metro gelaufen, und dann habe ich lautes Hämmern gehört. Wahrscheinlich hat er dort angeklopft. Dann war alles still. Morgen gehe ich hin und schaue nach, ob sie ihm aufgemacht haben."

12. Juli 2013Bearbeiten

"Ich kann nicht raus. Ich zittere, weiß nicht, ob ich schlafe oder wache. Habe eine Stunde mit Ljowa gesprochen, er hat gesagt, dass er mich bald heiratet. Dann kam Mama. Die Augen waren ihr ausgelaufen. Dann war ich wieder allein. Ich bin so einsam. Wann hört das alles auf, wann retten sie uns? Hunde sind da, sie fressen die Leichen. Endlich, danke. Habe mich wieder übergeben."

13. Juli 2013Bearbeiten

"Es gibt noch Konserven, Schokolade und Wasser, aber ich will nicht mehr. Bis das Leben wieder normal wird, dauert es noch mindestens ein Jahr. Der Vaterländische Krieg hat fünf Jahre gedauert, länger geht es nicht. Alles wird gut. Sie werden mich finden."

14. Juli 2013Bearbeiten

"Ich will nicht mehr. Ich will nicht mehr. Begrabt mich anständig, ich will nicht in diesem verfluchten Eisenkasten... Es ist eng. Danke, Phenazepam. Gute Nacht."

Zwar ging die Schrift noch weiter, doch waren die Sätze nur noch zusammenhanglos oder abgerissen.

QuellenBearbeiten

Metro 2033 Novel, Dmitry Glukhovsky, Seiten 737-740

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